Microsoft Azure Site Recovery – Teil 1 Überblick

Microsofts Azure Service Hyper-V Recovery Manager heißt seit letzter Woche Azure Site Recovery und wurde um eine sehr wichtige Funktion erweitert. In dieser Blogserie möchte ich auf die Änderungen und die Konfiguration von Azure Site Recovery eingehen.

Teil 1: Microsoft Azure Site Recovery Überblick
Teil 2: Microsoft Azure Site Recovery On-premise zu Azure
Teil 3: Microsoft Azure Site Recovery On-premise zu On-premise
Teil 4: Microsoft Azure Site Recovery Nützliche Links

Bisher diente der Hyper-V Recovery Manager rein zur Orchestrierung von Hyper-V Replica zwischen zwei On-premise Sites über den Virtual Machine Manager. Die folgenden Funktionen wurden seitens des Hyper-V Recovery Manager unterstützt.

  • Automated Protection
  • Continuous Health Monitoring
  • Orchestrated Recovery

Mittels der Automated Protection und dem HVRM Agent auf dem VMM Server kann man Hyper-V Replica über Microsoft Azure sowie auch über die VMM Konsole einrichten und konfigurieren. Dabei findet nur die Kommunikation für die Einstellungen zwischen Azure und dem VMM Server statt. Der Datenverkehr von VM Konfigurationsdateien und VHDs erfolgt über das On-premise Netzwerk und nicht über Azure.

Über den HVRM kann mittels dem Continuous Health Monitoring der Status der Replikation sowie der Status des VMM Servers überwacht werden. Alle Aktionen werden im Job Monitoring festgehalten.

Daneben lassen sich mit der Orchestrated Recovery die benutzerdefinierten Recovery Plans umsetzen, so dass in einem DR Fall die replizierten VMs in der Secondary Site angefahren werden können.

Wie bereits oben erwähnt ergänzt und benennt Microsoft seinen DR Service um. Mit der Ergänzung von Azure Site Recovery als Ziel für Hyper-V Replica setzt Microsoft seine Hybrid Cloud Story kontinuierlich fort. Wer sich jetzt die Augen reibt, ja Microsoft Azure kann als Ziel für Hyper-V Replica verwendet werden! Azure Site Recovery unterstützt dabei folgende Szenarien.

  • On-premise zu On-premise Hyper-V Replica
  • On-premise zu Azure Hyper-V Replica

Aber was bietet Azure Site Recovery sonst noch für neue Funktionalitäten, wenn man Azure als Ziel verwendet?

Erst einmal möchte ich die Gemeinsamkeiten beider Szenarien nennen. Ob man jetzt seine Secondary Site oder Azure als Ziel für Hyper-V Replica auswählt, beide Ziele unterstützen die folgenden Funktionalitäten.

  • Variable Recovery Point Objective (RPO)
  • Self-Service Disaster Recovery
  • One-Click Orchestration
  • Audit & Compliance Reporting with Reliable Recovery

Unter die Variable RPO fällt der 30 Sekunden Intervall für die Replizierung von Hyper-V Replica sowie die Möglichkeit in einem selbstdefinierten Intervall für die letzten 24 Stunden konsistente Snapshots vorzuhalten. Hyper-V Replica bietet mit dem Test Failover, Planned Failover und Unplanned Failover Möglichkeiten, um seine DR Tests durchzuführen und dies fällt unter den Punkt Self-Service Disaster Recovery. Die One-Click Orchestration basiert auf den oben schon erwähnten Recovery Plans und das Audit & Compliance Reporting ist ebenfalls keine Neuerung, sondern ist aus HVRM Zeiten unter dem Begriff Continuous Health Monitoring bekannt.

Wenn man sich jetzt für Azure als Ziel entscheidet, stehen einem zwei Funktionalitäten exklusiv zur Verfügung.

  • At-Scale Configuration
  • Data Encryption

At-Scale Configuration heißt einfach nichts anderes, dass einem die Möglichkeit über die Azure Virtual Networks und die Skalierbarkeit von Microsoft Azure VMs gegeben wird, bei Bedarf von seiner On-Premise Struktur in die Cloud zu skalieren. Dabei spielen die Azure Virtual Networks eine sehr entscheidene Rolle, da diese die Konnektivität zwischen On-premise Netzwerk und Off-premise Netzwerk herstellen. So kann auch bei einem Failover in die Azure Cloud weiterhin auf die Ressourcen der VM zugegriffen werden. Bei der VM besteht dann die Möglichkeit diese sehr einfach zu skalieren.

Mittels der Funktionalität Data Encryption kann zusätzlich sichergestellt werden, dass die VHDs der VMs verschlüsselt im Azure Storage abgelegt werden. Die Übertragung nach Azure erfolgt ohnehin verschlüsselt, aber ohne die Data Encryption würden die VHDs unverschlüsselt im Azure Storage liegen. Da man den Encryption Key selber definiert, kann auch kein anderer auf die Daten zugreifen.

Voraussetzungen:

VMM VersionASR DeploymentOS Source Hyper-V HostOS Target Hyper-V HostProvider/Agent Version
SC 2012 R2 VMMOn-premise zu On-premise
On-premise zu Azure
Windows Server 2012 & 2012 R2Windows Server 2012 & 2012 R2Azure Site Recovery Provider / Azure Recovery Services Agent: Aktuelle Version
SC 2012 SP1 VMMOn-premise zu On-premiseWindows Server 2012Windows Server 2012Azure Site Recovery Provider: Aktuelle Version

Einige Anmerkungen noch zu der Tabelle. Für die Hyper-V Hosts ob Windows Server 2012 oder Windows Server 2012 R2 gilt dasselbe wie für die Provider oder Agent Versionen. Es sollten die aktuellen Updates für beide Betriebssysteme installiert sein. Das ASR Deployment On-premise zu Azure ist nur möglich, wenn der Hyper-V Host unter Windows Server 2012 R2 betrieben wird.

VMM KonfigurationOn-premise zu On-premiseOn-premise zu Azure
On-site VMM ServerOn-site VMM Server zu einem anderen  VMM Server in derselben Site oder Secondary SiteZwischen zwei Clouds auf demselben On-site VMM ServerOn-site VMM Server zu Azure Storage
On-site VMM ClusterOn-site VMM Cluster zu einem anderen  VMM Cluster in derselben Site oder Secondary SiteOn-site VMM Cluster zu Azure Storage

Eine Anmerkung wieder zu der Tabelle. Auch wenn Microsoft es in der Tabelle nicht darstellt, bin ich doch davon überzeugt, dass man ebenfalls in einem VMM Cluster Azure Site Recovery zwischen zwei Clouds auf demselben VMM Cluster konfigurieren kann. Ich glaube ich werde dies dann mal testen.

Preise:

Die Preise unterscheiden sich nach dem Szenario und haben sich für das Szenario On-premise zu On-premise nicht geändert.

On-premise zu On-premise SzenarioOn-premise zu Azure Szenario
12€ pro Monat pro VM21€ pro Monat pro VM inklusive 100 GB für Replikation und Storage pro VM

Verfügbarkeit:

Azure Site Recovery ist in den folgenden Regionen verfügbar.

GeoRegionen
USEast US, West US
EuropeNorth Europe, West Europe
Asia PacificEast Asia, Southeast Asia

Das war es dann mit dem ersten Teil der Serie zu Microsoft Azure Site Recovery. In Teil 2 werden wir uns mit dem Szenario On-premise zu Azure befassen.

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